Arabische Revolution und Euro-Problematik erklärt

In den vergangenen Monaten wurden wir Zeuge von zwei Phänomenen, die nicht im direkten Zusammenhang stehen:
- die Revolutionen im nahen Osten, hauptsächlich Ägypten, Tunesien, Lybien, getauft 'Arabischer Frühling'
- die Krise einiger EU-Mitgliedsstaaten, allen voran Griechenland und Portugal

Insbesondere bei Griechenland zeigt Deutschland eine harte Haltung, und riskiert gerade ein Zerbrechen der EURO-Zone, zur Verwunderung der Finanzmärkte.

Zuletzt wurden dazu Stimmen in der FDP laut, dass Griechenland doch ein paar seiner Inseln verkaufen solle. Da kam bei mir zum ersten Mal der Gedanke hoch: früher hat man für sowas Krieg geführt. Neuer EURO-Imperialismus?

Desweiteren möchte ich noch einen weiteren ungewöhnlichen Zwischenfall in der Betrachtung beifügen:
- Italien hat eine Volksabstimmung zur Atomkraft UND zur Amnestie von Berlusconi veranstaltet, deren Ergebnis ungewöhnlich "normal" war.

Trägt man all diese Vorkomnisse auf einer Karte ab, ergibt sich plötzlich ein geographischer Zusammenhang, rund um das Mittelmeer.

Und nun ist die Frage, warum gerade da? In Zusammenhang mit dem plötzlichen Atomausstieg von Deutschland ergibt sich stimmiges Gesamtbild:
SONNENEINSTRAHLUNG
http://www.oynot.com/images/world_insolation_map_04-1250x691.gif

In diesem Zusammenhang auch interessant: die jüngsten Äusserungen von Schäuble, Griechenland solle Solarstromproduzent werden.

Ich erinnerte mich an einen Artikel der Zeit von 2007, als zum ersten Mal von der Desertec-Initiative die Rede war. Eine fingernagelgroße Fläche auf einer Weltkarte, inmitten der Sahara, bestückt mit Solarkraftwerken, würde reichen um den Weltenergiebedarf zu decken.

Die Planungen der Desertec von 2007:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/71/DESERTEC-Map_large.jpg

Zwei Probleme wurden damals angesprochen:
1. In der Sahara gibt es keine Stromabnehmer, dazu müssten Stromtrassen, vergleichbar mit Pipelines, nach Europa gelegt werden.
2. Solarkraftwerke können nur in relativer politischer Sicherheit entstehen, da die großen Flächen nicht effizient vor Diebstahl und Vandalismus beschützt werden können, wenn die Bevölkerung gegen die Anlagen negative Gefühle hegt. Sind die Grundbedingungen sicher, ist die Suche nach Investoren auch wesentlich leichter.

Sind also alle diese Ereignisse Schatten, die die Desertec-Initiative vorauswirft?
--http://de.wikipedia.org/wiki/Desertec_Industrial_Initiative#Netzwerk_und_Struktur
Die 13 Gründungsmitglieder der Dii sind neben der Desertec Foundation ABB, Abengoa Solar, Cévital, Deutsche Bank, E.ON, HSH Nordbank, Münchner Rück, M+W Group, RWE, Schott Solar und Siemens
--

Interessanterweise haben die Franzosen bereits Allianzen mit Marokko geschmiedet, die selbst die Solarenergie fördern, und es gibt auch schon eine Stromtrasse über Gibraltar nach Europa:

--http://de.wikipedia.org/wiki/Desertec#Geschichte
Bei Gründung der Firma wurde angekündigt enge Beziehung mit dem unter französischer Führung geschaffenen Mittelmeer-Solarplan (MSP) zu errichten.[4] Der Mittelmeer-Solarplan (MSP), französisch Plan Solaire Méditerranéen (PSM), ist ein im Rahmen der Union für das Mittelmeer (französisch Union pour la Méditerranée) entstandenes Vorhaben zur Schaffung eines Projekts zur Nutzung von Sonnenenergie. Beim Gipfeltreffen unter französischer und ägyptischer Führung wurde ein entsprechendes Übereinkommen am 13. Juli 2008 von 43 Staaten der Union für das Mittelmeer unterzeichnet. Im Rahmen des MSP wurden für 2009/2010 Machbarkeitsstudien geplant, deren Ergebnisse bisher nicht bekannt sind.

Im Februar 2010 gab die Dii GmbH bekannt, dass die Gespräche mit der marokkanischen Regierung zur Errichtung eines Demonstrationsprojekts in Marokko erfolgreich gewesen seien.[5][6] [..]

Marokko ist als Partner besonders geeignet, da bereits eine Stromtrasse über Gibraltar nach Spanien führt und die marokkanische Regierung ein eigenes Programm zur Förderung erneuerbarer Energien beschlossen hat (es werden ca. 6,6 Mrd. EUR / 9 Mrd. USD in den Jahren 2015 bis 2019 für eine installierte Leistung von 2 GW in fünf Solarkraftwerken bereitgestellt[6][7]). Die Stromerzeugung in Marokko betrug im Jahr 2006 rund 21,88 Terawattstunden (TWh), bei einem Eigenverbrauch von 19,58 TWh.
--

Und oh Wunder: In Marokko gab es nicht den Hauch einer Revolution.

Allein Deutschland hat, zumal nach der Abschaltung der Atomkraftwerke, einen dringenden Bedarf an Strom und Versorgungssicherheit.

-- http://de.wikipedia.org/wiki/Desertec#Transmediterrane_Energiesituation
Für Europa gilt dabei: Der Kontinent hat zwar große Potenziale für Wasserkraft, Geothermie, Biomasse sowie Wind- und Solarenergie, doch ihre Nutzung ist im dicht besiedelten Europa in vielerlei Hinsicht eingeschränkt. Würden Europa und der Nahe Osten bzw. Nord-Afrika (MENA) ihre Ressourcen an erneuerbaren Energien gemeinsam nutzen, würde das die EU-MENA-Region in eine weitaus bessere Lage bringen, einen Wechsel zu einer sauberen und sicheren Energieversorgung schnell und wirtschaftlich vollziehen zu können.[10][11]
--

-- http://de.wikipedia.org/wiki/Desertec#Studien
Länder wie beispielsweise Ägypten, Algerien, Jordanien, Libyen, Marokko und Tunesien zeigen bereits Interesse an einer solchen Kooperation.[21] Die Union für das Mittelmeer, an der sich fast alle MENA-Staaten (außer Libyen) beteiligen, ist an einer solchen Kooperation sehr interessiert.[22]
--

Für die Einführung von Elektromobilität, die in Zukunft als Schlüsselindustrie gelten darf, benötigt Deutschland ausserdem sauberen Strom, da sonst die Akzeptanz in der Bevölkerung wesentlich geringer ausfällt. In Kombination mit der Akku-Technologie, die gerade in Berlin von DBM Energy entwickelt wird, könnte Deutschland und im weiteren auch Europa, bei entsprechender Nachfrage, die Technologieführerschaft in diesem Bereich übernehmen. Bislang sind das Japan, und zunehmend China.

China hat durch Gesetze in den letzten 2 Jahren enorm viele Menschen zu Elektromobilität bewegen können, und ist aufgrund seines Quasi-Monopols auf seltene Erden schon längst Marktführer für hocheffiziente Elektromotoren.

Aber ist das denn nicht alles zu weit hergeholt?

--http://de.wikipedia.org/wiki/Desertec_Industrial_Initiative#Kernziele
Bis 2013 hat die Dii drei Kernziele. Erstens müssen die technischen, ökonomischen, politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen entwickelt werden, die Investitionen möglich machen.
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Gut, kann sein, es ist alles Zufall. Vielleicht spielt die Geschichte einfach Desertec in die Hände und sie hatten Glück mit der Bereinigung der Situation?

--http://de.wikipedia.org/wiki/Desertec_Industrial_Initiative#Kernziele
Auch in Tunesien hat die Dii eine Machbarkeitsstudie für den Bau von Sonnenkraftwerken in den Wüsten des nordafrikanischen Landes gestartet und mit der Übergangsregierung weitere Schritte vereinbart [http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/desertec-in-tunesien-wuestenstrom-nach-der-revolution-1.1083604]
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Na das ging dann aber doch schnell... ;-)

Vorher war es nur ein vager Gedanke, aber je länger ich recherchiere, um so mehr Gänsehaut bekomme ich. Ist in diesem Zusammenhang auch das Einlenken der Grünen-Führung zu den Plänen der CDU zu sehen, nachdem Özdemir von der Bilderberg-Konferenz wiederkam?

Mittelfristig wäre eine CDU/Grüne Regierung wohl das stabilste, und könnte helfen die Stromtrassen nach Norden schneller durchzusetzen.
Eine Verteilung bis nach Russland wäre denkbar. Damit wäre dann auch das Gas-Monopol Russlands wieder auf ein Gleichgewicht reduziert.


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